Weil der Stadt

Weil der Stadt ist ein Kleinod im schwäbischen Land. Zwei Jahresdaten prägen die frühe Geschichte der Stadt: Anno 1075 wurde das Dorf "Wile" erstmals in einer Urkunde als Besitz des Klosters Hirsau erwähnt. Weil, dessen Name von "villa" (röm. Gutshof) abgeleitet ist, war eine alamannische Gründung. Vor den Alamannen und Franken siedelten schon Kelten und Römer im fruchtbaren Würmtal. Um das Jahr 1242 gründete der Stauferkaiser Friedrich II. an der Stelle des Dorfes die Stadt Weil. Unter König Rudolf I. von Habsburg wurde Weil freie Reichtsstadt. Selbstbewußt fügte die kleine Stadtrepublik ihrem Wappen das Hoheitszeichen der römischen Republik hinzu: SPQR (Senat und Volk von Rom). Dem Rat und der Bürgerschaft "zu Weil, der Stadt" - so erklärt sich der eigenartige Ortsname - gelang es, über 500 Jahre hinweg die Reichsfreiheit zu bewahren - trotz der ständigen Bedrohung durch Württemberg, trotz des verheerenden Stadtbrandes von 1648. Mit Napoleons Umgestaltung Europas kam auch das Ende der reichsstädtischen Unabhängigkeit: Am 23. November 1802 wurde Weil württembergisch und kam 1808 zum Oberamt Leonberg. Seit 1973 gehört die Stadt zum Landkreis Böblingen und wurde 1972 - 1975 im Rahmen der Gemeindereform durch Merklingen, Hausen, Schafhausen und Münklingen vergrößert.

In einer aufgeschlossenen, modernen Stadt mit beachtlicher Geschichte und von Optimismus geprägter Gegenwart. Beherrschte Dynamik in der Entwicklung und bewahrte bestimmen die kommunale Verantwortung der Stadt. Hinter diesem zukunftsweisenden Konzept stehen Rathaus und Bürgerschaft, Parteien und Vereine. Die fünftgrößte Stadt des durch die Automobil- und Elektronik-Industrie starken Landkreises Böblingen hat mehr als 18.000 Einwohner in fünf Stadtteilen. Die Markung umfaßt 43 Quadratkilometer. Großzügige Neubaugebiete mit viel Grün, weitgefächerte Einkaufsstätten und Arbeitsplätze in vielen mittelständischen Branchen sprechen für das Wohnen, Leben und Arbeiten in dieser Stadt und ihren Stadtteilen. Moderne Bildungsstätten und vorbildliche kommunale Einrichtungen für Freizeit, Sport und Verwaltung stehen neben restaurierten historischen Bauwerken. Das Erbe aus Jahrhunderten reichsstädtischer Bedeutung wird erhalten und gepflegt und auch der Bewahrung der Natur und der liebenswürdigen Landschaft des Heckengäus und des Schwarzwaldvorlandes besondere Bedeutung zugemessen.

Das harmonische Nebeneinander von Vergangenheit und Gegenwart ist in Weil der Stadt deutlich zu erkennen. Eine behutsame Stadtplanung und eine selbstbewußte Kommunalpolitik haben Weil der Stadt "auf den Weg ins Jahr 2000" gebracht und die von der nahen Landeshauptstadt Stuttgart und deren Umfeld beeinflußte drängende Entwicklung in geordneten und vor den Bürgern verantwortbaren Bahnen gehalten. Stadtsanierung und Dorferneuerung sind in allen Stadtteilen spürbar und haben das Bild des "neuen Weil" geprägt. Die alten Stadt- und Ortskerne sind und werden erneuert und neue Wohngebiete für das Leben der heutigen Generation geschaffen. Herausragendes Beispiel ist der historische Marktplatz, der mit Dienstleistungen, Ladengeschäften und Lokalen zum lebendigen Mittelpunkt der größeren Stadt geworden ist.

 

Die Erkundung des alten (und modernen) Weil der Stadt kann am brunnengeschmückten Marktplatz mit einem Besuch des erweiterten Stadtmuseums unweit des Keplerdenkmals beginnen, wo dem Besucher die Geschichte der Reichsstadt anschaulich vor Augen geführt wird. Das Museum in Keplers Geburtshaus informiert über Leben und Werk des großen Astronomen. Der Rundgang durch das historische Weil läßt manch' hübsche Ecke und fotogene Idylle entdecken. Sehenswert sind das Rathaus von 1582, die katholische Stadtkirche St. Peter und Paul und die Kapelle im mehr als 600 Jahre alten Spital nahe der Würm. In der "Renninger Vorstadt" sind das Brenzsche Geburtshaus, das Narren-Museum und die guterhaltene Stadtbefestigung mit ihren Türmen zu sehen. Das Alte Kloster am Brenzplatz und die St.-Wendelins-Kapelle am Stadtausgang zum Steckental dienen neuen Zwecken. 

Zwei bedeutende Männer, die hier geboren worden sind, haben Weil der Stadt in der Welt bekannt gemacht.                

Der Astronom Johannes Kepler (1571 - 1630) gilt als einer der Begründer der modernen Naturwissenschaften. Er war in Prag Mathematiker Kaiser Rudolphs II. und stand als Astrologe in Wallensteins Diensten. Seine Berechnung der Planetenbahnen, die sogenannten Keplerschen Gesetze, kann man als eine der Grundlagen der modernen Raumfahrt bezeichnen. Im Kepler-Museum am Marktplatz sind sein Leben und Werk dargestellt.

Der Theologe Johannes Brenz (1499 - 1570) war der Reformator Württembergs und einer der bedeutendsten Schüler Martin Luthers in Süddeutschland. Unter Herzog Christoph gab Brenz als Propst und herzoglicher Rat an der Stiftskirche Stuttgart dem Lande Württemberg 1559 die Große Kirchenordnung. Brenz hat auch das politische Gesicht des frühneuzeitlichen Staates Württemberg mit geprägt.                

Aus Weil der Stadt stammen auch der jüdische Religionsgelehrte Jakob Ben Jehuda Weil (geb. um 1375), der Humanist und Arzt Heinrich Steinhöwel (geb. um 1412), berühmt als übersetzer der Fabeln des Äsop, und der Bischof von Linz, Joseph Anton Gall (geb. 1748), der sich als Reformpädagoge einen Namen machte.                

Sie haben in Weil der Stadt eine jahrhundertealte Tradition. Reformation und Gegenreformation haben die kirchliche Geschichte des Gemeinwesens bestimmt, das bis ins 20. Jahrhundert eine katholische "Insel" im pietistischen Württemberg geblieben war. Ein Wahrzeichen der Stadt ist die hochaufragende katholische Stadtkirche St. Peter und Paul. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts erbaut, wurde die spätgotische Hallenkirche beim Stadtbrand 1648 zerstört und - mit barocken Anklängen - wiederaufgebaut. In den siebziger Jahren wurde sie restauriert. Ein Glanzpunkt ihrer reichen Ausstattung ist die monumentale gotische Kreuzigungsgruppe eines Ulmer Meisters um 1460/70 mit ihrer drastischen Darstellung von Leiden und Tod Christi. Ein Kleinod ist das figurenreiche Sakramentshaus, ein wichtiges Werk der schwäbischen Renaissance. Sehenswert ist auch stimmungsvolle Innenraum der Spitalkapelle mit ihren drei Altären. Die nach dem schwäbischen Reformator Johannes Brenz benannte Evangelische Kirche wurde 1889 errichtet. Bemerkenswert sind eine Brenzbüste und Chorfenster mit der Passionsgeschichte. Die restaurierte Heilig-Kreuz-Kapelle am Stadtgarten birgt ein gotisches Kruzifix des Ulmer Bildhauers Michel Erhart und einen Gedenkstein für die 66 Weil der Städter Bürger, die 1388 in der Schlacht der verbündeten schwäbischen Städte gegen die siegreichen Württemberger unter Graf Eberhard dem Greiner beim nahen Ort Döffingen ihr Leben verloren haben. Das Augustinerkloster von 1294 wurde im Jahre 1802 und das 1669 errichtete Kapuzinerkloster 1810 aufgehoben.                

Die "goldene Vergangenheit" des Weil der Städter Handwerks wird nur noch im Stadtmuseum am Marktplatz lebendig. Dort erinnert die alte Speidelsche Goldschmiede-Werkstatt an ein historisches Gewerbe. Schon um 1428 hatten sich die Goldschmiede in einer Zunft und in der Elogius-Bruderschaft zusammengeschlossen. Einer von ihnen, Michel Goldschmid, schuf 1482 das Artistenzepter, das Würdezeichen des Dekans der Fakultät der Freien Künste an der Universität Tübingen. Herausragende Zünfte des Weiler Handwerks waren zudem die der Rotgerber, Tuch- und Zeugmacher. Florierende Gewerbe, aus denen sich die Industrialisierung der Stadt noch vor der Jahrhundertwende 1900 begründet hat. Die Händler aus dem Würmtal waren weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. In den Tälern verarbeiteten die Mühlen das Korn und der Hopfen aus Weil der Stadt wurde 150 Jahre lang nicht nur in örtlichen Bierbrauereien verarbeitet, sondern in viele deutsche Städte "exportiert". Nach dem Zweiten Weltkrieg sind zur angestammten Textilindustrie in neuerschlossenen Gewerbegebieten des Standorts Weil der Stadt neue Branchen hinzugekommen: Im Maschinenbau, in der Holz-, Kunststoff- und Metallverarbeitung, im Baustoffhandel und am Bau, in Elektronikbetrieben, in Dienstleistungsunternehmen und Verlagen sind für viele Weil der Städter und zugezogene Familien neue Arbeitsplätze entstanden.                

Für die Jugend der Stadt sind alle wichtigen Bildungsstädten vorhanden: Kindergärten in allen Stadtteilen, Grund- und Hauptschulen, eine Förderschule, eine Realschule, die schon im 18. Jahrhundert eine Vorgängerin hatte, und das Johannes-Kepler-Gymnasium auf dem Galgenberg, das die mehr als 600jährige Tradition der alten Lateinschule fortführt. Dem Bildungszentrum an der Jahnstraße in Weil der Stadt sind - zentral für alle Stadtteile - eine Aula für kulturelle Veranstaltungen, die Stadthalle und ein Hallenbad zugeordnet. Die Volkshochschule, die Manufaktur und die Musikschule Weil der Stadt bieten Kurse und Fortbildungsmöglichkeiten für Jugendliche und Erwachsene an. Die 1964 eröffnete Jugendbildungsstätte Johannes Kepler (Landesakademie) auf dem Malersbuckel hoch über der malerischen Reichsstadtkulisse ist ein Ort internationaler Begegnungen. Im Gästebuch dieser jüngst erweiterten und modernisierten 2. Jugendbildungsstätte des Landes Baden-Württemberg sind Besucher und Gäste aus allen deutschen Ländern, aus Europa und Übersee verzeichnet. Tausende von jungen Leuten aus aller Welt, politisch Interessierte, Jugenderzieher und Pädagogen, Kunstfreunde und Musiker und andere Berufs- und Hobbygruppen nehmen alljährlich an Veranstaltungen und Seminaren teil.                

Weil der Stadt und seine Stadtteile liegen in einer angenehmen Erholungslandschaft unweit des Schwarzwaldes. Schattige Wälder und grüne Wiesenauen laden zum entspannenden Spaziergang ein. Wer mehr Zeit hat, der kann eine bequeme Wanderung über die Hügel des Heckengäus mit ihren Steinriegeln und Schlehenhecken oder entlang der Würm von Schafhausen durch das Steckental über Weil der Stadt, Merklingen und mit einem Abstecher in das Münklinger Burggrabental bis nach Hausen unternehmen. Spiel- und Grillplätze, Trimm- und Waldlehrpfade bieten reichlich Abwechslung und interessante Informationen, für Fitneßbewußte und Joggingfreunde natürlich schweißtreibende Anregungen und auch Gelegenheit zum ausruhen. Für Sport und Freizeit wird in Weil der Stadt vieles für Viele geboten: Vereine in allen Stadtteilen haben zahlreiche Sportarten für jung und alt im Programm - von Fußball, Tennis, Gymnastik und Turnen bis zu Leichtathletik, Schwimmen, Radball, Bogenschießen und                 dem Faustballsport, in dem sich Weil der Stadt zu einer deutschen Hochburg entwickelt hat. Neue Freianlagen und Sporthallen stehen bereit. In der Reithalle an der Würm und in privaten Reitställen können sich Pferdefreunde in den Sattel schwingen. Daß auch derjenige auf seine Kosten kommt, der nur zur Entspannung oder zum Wohlfühlen einen Waldlauf unternehmen oder ein paar Bahnen schwimmen will, ist selbstverständlich. Kultur und Kunst kommen nicht zu kurz: dafür zeichnen Musik- und Gesangvereine, die Manufaktur, die Stadt und viele private Initiativen verantwortlich. Heimatvereine haben sich die Erhaltung alter Bauten und Kulturgüter und historischen Brauchtums auf die Fahne geschrieben. Viele Feste in allen Stadtteilen vereinen die Bürger und Gäste zu geselligen Stunden.

Ein buntes Schild am Fachwerkhaus Nr. 60 in der Stuttgarter Straße weist zum Narren-Museum der Narrenzunft AHA. Der einfallsreich gestaltete Narrenbrunnen am Speidelsberg zeigt die Figuren der Weiler Fasnet. Alljährlich säumen Tausende von Besuchern aus nah und fern den Weg des traditionellen Umzuges mit seinen ideenreichen Wagen, auf denen die große und kleine Politik und das Alltagsgeschehen glossiert werden, und mit vielen bunten Gruppen, Hexen, Zigeunern, Steckentälern, Schlehengeistern, Schellenteufeln, Bären und Musikanten. In der Weil der Städter Fasnet mischt sich bodenständiges schwäbisch-alemannisches Brauchtum mit Elementen des Karnevals. Die Chronik berichtet von Fastnachtstagen aus alter Zeit, Maskenbällen der Vereine seit dem 19. Jahrhundert und von Fastnachtsspielen "Andreas Hofer" und "Götz von Berlichingen" rund um das Kepler-Denkmal auf dem Marktplatz. Alle Jahre zum Elften im Elften entsteigt die junge Fasnet der Zunftlade, flattert die Narrenfahne vor dem Rathaus. Die Weiler Weiber backen für die Gäste den köstlichen Spicklings-Kuchen. Reiterei und Pferdezucht haben in Weil der Stadt lange Tradition. Reitturniere locken viele Zuschauer an. Gut geführte bäuerliche Familienunternehmen betreiben Ackerbau und Viehzucht. Die alten Landbrauereien sind ebenso Geschichte wie der Weiler Hopfen, der bis 1970 im Würmtal angebaut und in der Amtlichen Siegelhalle Weil der Stadt aufbereitet worden ist. Aus den "Schildwirtschaften" des vorigen Jahrhunderts ist eine einladende und gute Gastronomie in allen Stadtteilen geworden, mit gemütlichen Lokalen, in denen sich Bürger und Gäste wohlfühlen.                

Ein Stadtteil mit bewahrter Eigenart und neuem Gesicht. Als alamannisches Urdorf unter einem Markilo gegründet wurde "Marchelingen" im Würmgau schon 1075 in der Stiftungsurkunde zur Gründung des Klosters Hirsau erwähnt. Seit dem 16. Jahrhundert war das vorherige herrenalbische Klosteramt Merklingen lange Zeit württembergische Oberamts-Gemeinde und Sitz eines Cameralamtes. Ein Blickfang für den Besucher: die historische Kirchenburg mit der ursprünglich als romanische Basilika errichteten und dann spätgotisch umgebauten evangelischen Remigius-Kirche von 1476. Das in seinen ältesten Teilen bis ins 13. Jahrhundert zurückgehende, mit dem Wappen des Zisterzienserklosters Herrenalb geschmückte Steinhaus zählt als "Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung". Im sog. Torbogenhaus von 1478 entsteht ein Heimatmuseum. Das hohe Rathaus wurde 1601 erbaut. Die außerhalb gelegene St.-Wendelins-Kapelle aus der Zeit der Spätgotik ist eine Gedenkstätte für die Toten und Gefallenen. So zeigt sich das neue Merklingen: eine neue, großzügig ausgebaute Ortsdurchfahrt, ein sanierter Ortskern mit sprudelnden Brunnen und gepflasterten Gassen. Moderne Ladengeschäfte und Dienstleistungsbetriebe sind dort zu finden. Viele Handwerker gehen in Merklingen noch ihrem Gewerbe nach. Zu den beliebten Festen der Bürger backen die Merklinger Frauen nach eigenem Rezept im Backhaus den zum Most gereichten wohlschmeckenden Kartoffelkuchen. Das nahe Merklinger Ried im Würmtal ist Naturschutzgebiet und ein stilles Vogelparadies. Viele seltene gefiederte Arten nisten und brüten in den Hecken und Büschen und am Rande des aus Quellen gespeisten Sees.                

Zwischen Stubenberg, Hacksberg und dem Käppelesberg liegt Schafhausen, ein ländlich geprägter Stadtteil im Würmtal. Hoch über der Talaue mit der verkehrsreichen Landesstraße Weil der Stadt - Böblingen/Sindelfingen entstanden neue, schöngelegene Wohngebiete und moderne Sportstätten auf dem Stubenberg. Erholsame Wanderwege führen über die Wacholderheiden, durch die Würmauen und ins grüne Steckental. Die nach dem römischen Märtyrer und Heiligen Cyriakus benannte evangelische Pfarrkirche wurde Anfang  des 12. Jahrhunderts erbaut und 1585 erweitert. Im 30jährigen Krieg brannte die Kirche mit Zehntscheuer und etlichen Höfen ab und wurde 1780 wieder aufgebaut. Aus jener Zeit  stammt eine hölzerne Rokoko-Kanzel. Die Mauer einer ehemaligen Wehranlage umschließt Kirche und Pfarrhaus (um 1600). Erstmals urkundlich erwähnt wurde "Schafhausen" um 1100 im Hirsauer Codex, als dem Kloster in diesem Ort Güter überschrieben wurden. Diese Schenkungen von Bauerngütern, Mühlen und einem Weinberg lassen erkennen, daß die Gemeinde schon länger bestand. Das Urdorf könnte mit der "gräflich-calwischen" Siedlungstätigkeit um 750 gegründet worden sein. Haupterwerbsquelle war wohl die Schafzucht, die sich auch im Ortsnamen (von Schafhausen, einem "Herrschaftshof") niederschlug. Das schöne Fachwerk-Rathaus stammt aus dem 15. Jahrhundert.                

Münklingen ist der "Erholungsort" unter den Weil der Städter Stadtteilen. Die einmalig schöne Lage im Burggrabental zu Füßen der 528 Meter hohen Kuppelzen hatten schon die Römer erkannt, die sich in dieser liebenswerten Talaue niedergelassen hatten. Die Ursiedlung ist wohl alamannisch gewesen. Die erste Erwähnung von "Munchelingen" datiert von 1075. Heute wohnen in Münklingen neben alteingesessenen Bürgern in den neuen Siedlungsgebieten rund um den sanierten Ortskern mit dem Fachwerk-Rathaus zahlreiche neu zugezogene Familien. Das heimelige und gastliche Dorf ist Ausgangspunkt vieler schöner Spazierwege und Wanderrouten. Der schattige Tannenwald ist ein Vorbote des nahen Schwarzwaldes. Grill- und Spielplätze laden zum Verweilen ein. Münklingen hat in den alljährlich stattfindenden Wettbewerben des Landes für "schöne Dörfer" viele Preise errungen - ein Verdienst der Bürger und des Obst- und Gartenbauvereines. Für kulturelle Veranstaltungen und andere Festivitäten der Bürger zeichnet der örtliche Kultur- und Heimatverein. Eine alte St. Jakobskapelle wird dem 7. Jahrhundert zugeschrieben. Sie lag außerhalb des Dorfes an einem Nebenweg der zum spanischen Wallfahrtsort Santiago de Compostela, dem Grab des heiligen Jakobus, führenden großen europäischen Pilgerstraße. Heute steht dort beim plätschernden Jakobsbunnen, einladend zur Rast, ein kleines Fachwerkhaus. Die Pfarrkirche zum Hl. Jakob, 1579 erstmals genannt, wurde 1594 aufgegeben und eine neue, spitztürmige Pfarrkirche im Ort errichtet. 1901 ist das Gotteshaus erneuert und 1968 erweitert worden. Im Inneren hat man Fresken aus der Zeit des Kirchbaues entdeckt.                

Der Fluß, die von Merklingen herkommende Würm, bestimmt seit altersher Markung und Bild des kleinsten Weil der Städter Stadtteiles. Die malerisch-wuchtige Sandsteinbrücke aus dem Jahre 1777 mit ihren fünf Bogen ist die einzige Straßenbrücke im Ort über die Würm und historischer Verkehrsengpaß zugleich. Der Fluß teilt den Stadtteil: diesseits liegt der alte, umsichtig erneuerte Ortskern um die im 15. Jahrhundert erstmals als Besitz des Klosters Herrenalb erwähnte Pfarrkirche zum Hl. Silvester. Ein Mauerring, wohl die alte Wehranlage, umgibt das in seinem Kern spätgotische Gotteshaus, dem 1739 ein spätbarockes Langhaus angefügt worden war. Hoch über dem Ort steht die Turn- und Festhalle. Drüben über der Würm ist ein neuer Gemeindeteil mit Wohnhäusern in schöner Lage am Talhang und einigen Gewerbebetrieben entstanden. Für die kleinen Bürger ist eine neue Grundschule errichtet worden. Das Bauerntum hat in Hausen noch seinen festen Platz. Es ist anzunehmen, daß das Urdorf um 600 bis 700 n. Chr. gegründet wurde und offenbar im 12. Jahrhundert als "Husen" im Würmgau bestand. Hausen ist auf jeden Fall älter, als die erste vorliegende urkundliche Nennung 1327 glauben lassen mag. Ein Sproß des Ortsadels, Hans "Marschall" von Hausen, könnte eine besondere Rolle in der Rittergesellschaft der Schlegler gespielt haben, deren Untergang im Kampf mit den Heerscharen des württembergischen Grafen Eberhard dem Milden 1395 im benachbarten Städtchen Heimsheim Ludwig Uhland in seiner Ballade "Die drei Könige zu Heimsen" festgehalten hat.                

Weil der Stadt liegt im baden-württembergischen Landkreis Böblingen, etwa 28 Kilometer westlich der Landeshauptstadt Stuttgart, am Übergang des Heckengäus in den nördlichen Schwarzwald mit seinen Kurorten. Dort, wo sich einst zwei wichtige Handelswege des Mittelalters kreuzten, treffen sich heute die Bundesstraße 295 Stuttgart-Leonberg-Calw und die Landesstraße 1182 (Würmtalstraße) Böblingen-Weil der Stadt-Pforzheim. Nur zwölf Kilometer entfernt sind die Anschlüsse an die Bundes-Autobahnen in Leonberg der A8/A81 mit den Richtungen München, Frankfurt/Main, Heilbronn und Nürnberg, in Heimsheim der A8 in Richtung Karlsruhe und Stuttgart und in Böblingen der A81 in Richtung Bodensee und Schweiz. Zum Flughafen Stuttgart-Echterdingen sind es 30 Minuten Fahrzeit. Bequem ist die Anreise nach Weil der Stadt mit der S-Bahn-Linie S6 von Stuttgart aus. Außerdem führen Omnibuslinien in alle umliegenden Städte und Gemeinden.                

Wer noch mehr Infos braucht schaut mal hier rein:                

http://www.weilderstadt.de/